Rückenschullehrer

Rückenschullehrer/in – was ist das?

Aus heutiger Sicht spielen bei der Entstehung von Rückenbeschwerden biologische, psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Weil präventive Maßnahmen dieses komplexe Wechselspiel selbstverständlich berücksichtigen müssen, ist die Aufgabe des Rückenschullehrers vielfältig, anspruchsvoll und interessant. Es geht darum, Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit zu sehen, zu verstehen, anzuleiten und zu motivieren, gleichzeitig über tief gehendes Fachwissen zu verfügen und nicht zuletzt um die Fähigkeit, dieses Wissen praktisch und für den Betroffenen verständlich anzuwenden.

Rückenschullehrer sind Fachkräfte wie beispielsweise Physiotherapeuten, Dipl.-Sportlehrer, Ärzte oder Sportwissenschaftler, die eine anerkannte Fortbildung zum/zur Rückenschullehrer/in absolviert haben.

Die neueste Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz vom 30. November 2010 definiert auf Seite 83 Rückenschule wie folgt: “Unter Rückenschule wird ein ganzheitliches, aktives Rückenprogramm zur Vorbeugung von Rückenschmerzen im Rahmen unspezifischer Wirbelsäulenerkrankungen verstanden… Sie besteht aus der Kombination eines theoretischen und eines praktischen Teils…“

Wie wird man Rückenschullehrer/in?

Seit einigen Jahren gibt es auf diese Frage eine eindeutige Antwort. Dank der KddR (Konföderation der deutschen Rückenschulen), einer Arbeitsgemeinschaft der acht großen Rückenschulverbände, wurde die Fortbildung vereinheitlicht. Das von der KddR ausgearbeitete Curriculum ist von den Krankenkassen anerkannt.

Die Fortbildung besteht aus theoretischen und praktischen Kursteilen und umfasst 60 Unterrichtseinheiten, die meist an sechs Tagen absolviert werden. Sie schließt mit einer Prüfung ab, nach deren Bestehen eine Lizenz zum/zur Rückenschullehrer/in verliehen wird.

Doch Vorsicht: Nicht jeder kann eine solche Lizenz erhalten! Sie müssen bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

Wie bleibt man Rückenschullehrer/in?

Die Lizenz ist zunächst drei Jahre gültig und kann jeweils wieder um weitere drei Jahre verlängert werden. Dies geschieht in der Regel durch einen vom Aussteller der Lizenz anerkannten, mindestens zweitägigen Fortbildungskurs, auch „Refresher“ genannt. Dieser muss mindestens 15 Unterrichtseinheiten umfassen. Näheres zu diesem wichtigen Thema finden Sie in der Kategorie Lizenzverlängerung.

Empfehlungen

  • Absolvieren Sie die Fortbildung möglichst bei einem der Mitgliedsverbände der KddR. Das Curriculum der KddR wird ständig aktualisiert und an neueste Erkenntnisse angepasst. Es genießt bei Krankenkassen, Arbeitgebern und Auftraggebern höchste Akzeptanz. 
  • Informieren Sie sich gründlich auf den Internetseiten der Anbieter. Die Preise der Fortbildungen unterscheiden sich. Bedenken Sie auch die Kosten für die Anreise und ggf. Übernachtung; es kann sich lohnen zu recherchieren, ob einer der KddR-Verbände über einen Kursort in Ihrer Nähe verfügt.
  • Informieren Sie sich über vergünstigte Kursgebühren für Mitglieder des jeweiligen Anbieters. Bei vielen Anbietern können Sie Vereinsmitglied werden – dadurch reduzieren sich die Kursgebühren teilweise deutlich.
  • Vorsicht vor Trittbrettfahrern! Mancher Anbieter von Fortbildungen zum Rückenschullehrer versucht den Anschein zu erwecken, im Auftrag eines KddR-Verbands zu handeln. Dies ist häufig nicht der Fall. Fragen Sie kritisch nach, zu welchem der KddR-Verbände der Anbieter angeblich gehört und erkundigen Sie sich dann bei diesem Verband, ob die Behauptung zutreffend ist. Nur wenn Ihre Lizenz Rückenschullehrer/in das Logo eines der Mitgliedsverbände der KddR trägt, können Sie sicher sein, dass es sich um die anerkannte KddR-Fortbildung handelt.
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